Eine Familie entdeckt den Sport neu
Der Sport spielte für Stefan und Iris Schneyder schon immer eine wichtige Rolle. Als Kind waren sie beide aktiv. Nun haben sie selbst vier Kinder – und entdecken die schönen Seiten des Familiensports.

- Foto: fotografie jens steingässer
Für die Schneyders begann mit der Familie ein neues Sportlerleben. Vater Stefan war früher Wassersportler, schwamm im Verein, paddelte auf Seen und Flüssen, spielte später dann Basketball und entdeckte seine Liebe fürs Mountain-Bike. Die Leidenschaft von Mutter Iris war der Pferdesport. Mit der Geburt von Miriam wurden die sportlichen Karten neu gemischt. Stefan Schneyder war damals 24 Jahre alt. An sein Mountain-Bike hängte er einen Anhänger mit einer Babyliege. Als seine Erstgeborene sitzen konnte, durfte sie auch mit ins Paddelboot. „Dadurch werden die Kinder direkt herangeführt. So konnte erst gar keine Hemmschwelle zum Sport entstehen“, erzählt Stefan Schneyder.
Mittagspause im Fahrradanhänger

- Foto: fotografie jens steingässer
Der Fotograf machte aus der Notwendigkeit eine Tugend. In der Mittagspause legte er sein Baby in den Fahrradanhänger und fuhr los. Seine Tochter ließ sich in den Schlaf wiegen, und er kam zu seiner sportlichen Tour. Offenbar übertrug sich dabei das sportliche Gen. „Es ist spannend und erfüllend zu merken, dass die Begeisterung überspringt. Aber dafür haben wir auch viel getan“, sagt der sportliche Papa. Drei weitere Kinder folgten, und das Erfolgsrezept in Sachen Sport funktioniert auch bei Miro (5), Martha (4) und Mia (1).
Abstrampeln beim Babyturnen
Erste Bewegungsimpulse riefen die Schneyders bei ihren Kindern im Babyturnen ab. Wir gehen auch oft ins Hallenbad. Da sind alle total drauf abgefahren, unsere Kinder sind echte Wasserratten“, sagt Iris Schneyder. Direkt zum Laufen lernen stand das Laufrad bereit. „Auch das fanden alle Kinder klasse, die Kleinste ist ja noch dabei.“ Die Eltern entschieden sich außerdem, ins Grüne zu ziehen. „Wir fahren lieber für die Erledigungen in die Stadt und wohnen direkt in der Natur.“ Sie legten sich einen Hund zu. Und als die älteste Tochter die Pferdeleidenschaft der Mutter für sich entdeckte, kam ein Pony hinzu. Es begann mit Voltigieren, dann setzte sie sich in den Sattel. Neben dem Reiten spielt Miriam noch im Verein Basketball. Der Vater lächelt ein wenig wehmütig und sagt: „Das hat sie ja wohl von mir. Ich komme da im Moment nicht zu. Mir fehlt’s total!“
Dampf ablassen beim Sport
Sohn Miro interessierte sich schnell für das, was viele Jungen cool finden. Er spielt Fußball. Seine Eltern finden das gut: „Nachdem er immer mit den Jungs hier gekickt hat, wollte er auch zum Training in den Verein.“ Der Fünfjährige steht beim Fußball komplett unter Dampf. „Eine Vereinsidentität ist jetzt genau das, was er braucht“, lautet das Familienurteil. Auch die Zweitjüngste hat einen Verein für sich entdeckt: Sie geht zum Kinderturnen. „Ich kann mir selbst auch gut vorstellen, mich im Verein zu engagieren. Aber dann doch mehr beim Basketball. Da kenne ich mich besser aus“, erläutert Stefan Schneyder. In ihrem Mikrokosmos Familie sind die Eltern ohnehin längst Vorturner „Nur durch den vorgelebten aktiven Lebensstil werden die Kinder nachhaltig zum Sport gebracht. Wenn wir sportliche Kinder wollen, müssen wir selbst aktiv werden. Und das genießen die Kinder in vollem Maße.
Kinder kreativ verführen

- Foto: fotografie jens steingässer
Täglich stellen sich die Eltern den Herausforderungen. Wie schafft man es, gerade in Grenzsituationen zu motivieren, ohne zu streng zu sein? „Da sind die Tiere ein großer Motivationsschub“, sagt Stefan Schneyder. Und wenn es raus in die Natur geht, dann ist das kein klassischer Spaziergang. „Man muss die Kinder kreativ verführen.“ Sie beobachten dabei dann Gänse oder sammeln Steine. Der Hund macht diese Ausflüge noch lebhafter.
Der Familiensport hat auch für Stefan und Iris Schneyder neue Perspektiven eröffnet. Zu zweit haben sich die Schneyders nie ins Paddelboot gesetzt. Seitdem der Vater im Urlaub anregte, mit den Kindern in den Kanadier zu steigen, ist auch die Mutter plötzlich Feuer und Flamme. Andererseits steht der Vater kurz davor, Reitstunden zu nehmen: „Auf die Idee wäre ich früher nie gekommen. Die Kinder haben uns zu neuen sportlichen Aktivitäten geführt. Wir stecken uns gegenseitig über die Kinder mit Sachen an, die wir sonst nicht getan hätten. Das tut auch der Partnerschaft gut“, sagen Papa und Mama Schneyder. Letztere hat nach den Schwangerschaften schließlich zurück aufs Pferd gefunden.
Es ist einfach nur erfüllend
Der Sport mit den Kindern bedeutet für die Eltern auch Motivation. Es macht ihnen doppelt so viel Spaß, betonen sie. Vor drei Jahren stellte sich Miriam im Urlaub erstmals auf ein Snowboard. Und als sie bereits am dritten Tag gemeinsam mit ihrem Vater fahren konnte, „da war das einfach nur erfüllend“, sagt Stefan Schneyder. Ob im Urlaub oder zu Hause: Familie Schneyder versucht, den Sport möglichst strukturiert in ihr Leben zu integrieren. Um ihn zu einer Regelmäßigkeit und damit auch zu seiner Selbstverständlichkeit werden zu lassen. Auch das Vereintraining der Kinder schafft Strukturen und bringt neue Ideen in die Familie, und das erleichtert das sportliche Leben der Familie Schneyder enorm.






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